Einkommensteuergesetz
Eine Regel im Steuerrecht. Ein echter Vorteil im Unternehmen.
Scrollen und entdecken, wie aus der 50-Euro-Sachbezugsfreigrenze ein spürbarer Mitarbeiterbenefit wird.
Rechtsgrundlage
§ 8 EStG · Absatz 2 · Satz 11
Sachbezüge bleiben außer Ansatz, wenn die nach Anrechnung eigener Entgelte verbleibenden Vorteile insgesamt 50 Euro im Kalendermonat nicht übersteigen.
50 €
50 Euro Sachbezug: Was Arbeitgeber daraus machen können
50 € Sachbezugsfreigrenze. Pro Kalendermonat. § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG.
Freigrenze. Nicht Freibetrag.
- 49,99 € innerhalb der Grenze
- 50,00 € innerhalb der Grenze
- 50,01 € Grenze überschritten
Bei einer Freigrenze kann eine Überschreitung dazu führen, dass der gesamte relevante Vorteil steuerpflichtig wird – nicht lediglich der übersteigende Betrag. Vereinfachtes Beispiel.
Was bedeutet das in der Praxis?
Aus Steuerrecht wird Mitarbeiterbenefit.
Gesundheit
Betriebliche Krankenversicherung
40,21 €
monatlicher Arbeitgeberbeitrag je Mitarbeiter
1.200 €
versichertes Gesundheitsbudget pro Mitarbeiter und Jahr
Spielraum berechnenProduktbeispiel anhand der veröffentlichten DKV-Budgetbausteine. Leistungen richten sich nach den Versicherungsbedingungen.
Was ist überhaupt ein Sachbezug?
Ein Sachbezug ist grundsätzlich ein Vorteil, der nicht als normale Geldzahlung gewährt wird, sondern beispielsweise in Form einer Ware, einer Dienstleistung oder eines konkret zugesagten Versicherungsschutzes.
Sachbezüge, die nach der entsprechenden gesetzlichen Regel zu bewerten sind, bleiben außer Ansatz, wenn die nach Anrechnung eigener Entgelte verbleibenden Vorteile insgesamt 50 Euro im Kalendermonat nicht übersteigen.Sinngemäß nach § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG
- Es handelt sich um eine Freigrenze, nicht um einen Freibetrag.
- Nicht jeder Beschäftigte erhält automatisch 50 € steuerfrei.
- Die ersten 50 € sind nicht pauschal immer steuerfrei.
- Mehrere relevante Sachbezüge können zusammenzurechnen sein.
- Die Behandlung hängt von Art, Zusage, Durchführung und Bewertung der Benefits ab.
- Bei Gutscheinen und Geldkarten können zusätzliche gesetzliche Voraussetzungen gelten.
Freigrenze
Wird die Grenze überschritten, kann der gesamte relevante Vorteil steuerpflichtig werden.
Freibetrag
Beim Freibetrag bliebe der Betrag bis zur Grenze unberücksichtigt und nur der übersteigende Teil würde erfasst.
Vereinfachte Darstellung. Es erfolgt keine individuelle Steuer- oder Rechtsberatung.
Ein Beispiel: Gesundheitsbenefit statt Geldzahlung.
Unter bestimmten Voraussetzungen kann ein Arbeitgeber seinen Beschäftigten unmittelbar zusätzlichen Krankenversicherungsschutz gewähren. Für die Einordnung sind der aktuelle § 8 EStG sowie das BMF-Schreiben vom 15.03.2022 beziehungsweise das amtliche Lohnsteuer-Handbuch 2026 maßgeblich; die BFH-Urteile aus 2018 bilden dazu die sachverhaltsbezogene Rechtsprechung.
Im Fall BFH VI R 13/16 galt: Wenn der Arbeitgeber Versicherungsschutz verspricht, den Versicherungsvertrag abschließt und die Beiträge trägt, während der Beschäftigte keine alternative Geldzahlung verlangen kann, kann Sachlohn vorliegen. Eine pauschale Aussage, dass jede bKV automatisch Sachbezug sei, lässt sich daraus nicht ableiten.
Versicherungsschutz
Der Arbeitgeber gewährt unmittelbar einen konkret zugesagten Versicherungsschutz und trägt den Beitrag.
Unter den maßgeblichen Voraussetzungen kann Sachlohn vorliegen.
Geldzahlung
Der Arbeitgeber zahlt dem Beschäftigten einen Zuschuss für dessen eigenen Versicherungsvertrag.
Eine solche Zahlung kann als Geldleistung beziehungsweise Barlohn einzuordnen sein.
Quellen: BFH, Urteil vom 07.06.2018 – VI R 13/16; BFH, Urteil vom 04.07.2018 – VI R 16/17; BMF-Schreiben vom 15.03.2022. Diese Darstellung ersetzt keine Einzelfallbewertung.
Ein Benefit, den Mitarbeiter tatsächlich nutzen können.
Gesundheit
Betriebliche Krankenversicherung
40,21 €
monatlicher Arbeitgeberbeitrag je Mitarbeiter
1.200 €
versichertes Gesundheitsbudget pro Mitarbeiter und Jahr
- Sehhilfen
- Zahnbehandlung und Zahnprophylaxe
- Vorsorge
- Heilmittel
- Arznei- und Verbandmittel
- Hilfsmittel einschließlich Hörgeräten
- Schutzimpfungen
40,21 € monatlicher Versicherungsbeitrag je Mitarbeiter bei der dargestellten Budgetstufe; 1.200 € versichertes Jahresbudget für die vertraglich vorgesehenen Gesundheitsleistungen. Produktbeispiel anhand der veröffentlichten DKV-Budgetbausteine. Keine Barauszahlung und keine freie Geldverwendung; die genaue Leistung richtet sich nach den Versicherungsbedingungen.
Rechnerischer verbleibender Spielraum
50,00 € − 40,21 € bKV = 9,79 €
Nur soweit keine weiteren relevanten Sachbezüge die monatliche Freigrenze beanspruchen. Vereinfachte Darstellung – keine steuerliche Einzelfallprüfung.
Orientierungsrechner zur 50-Euro-Freigrenze
Die Berechnung erfolgt ausschließlich in Ihrem Browser. Es werden keine Eingaben gespeichert oder versendet.
Relevante Summe pro Monat
40,21 €
Rechnerischer Spielraum
9,79 €
Innerhalb der 50-Euro-Grenze
In diesem vereinfachten Beispiel bleibt die relevante Summe innerhalb der 50-Euro-Freigrenze.
Vereinfachte Orientierung ohne Gewähr. Ob und in welcher Höhe die Freigrenze beansprucht wird, hängt von Art, Zusage, Durchführung und Bewertung der jeweiligen Benefits ab. Weitere Sachbezugswerte sind nicht gleichbedeutend mit tatsächlichen Arbeitgeberkosten. Keine steuerliche Einzelfallprüfung und keine Aussage über eine garantierte steuerliche Behandlung.
Mitarbeiterbenefits enden nicht bei 50 €.
Die 50-Euro-Sachbezugswelt ist ein einzelner Baustein eines größeren Systems.
Unterschiedliche Benefits. Unterschiedliche Regeln.
Je nach Benefit gelten unterschiedliche steuer- und sozialversicherungsrechtliche Regelungen. Die 50-Euro-Sachbezugsfreigrenze ist insbesondere nicht automatisch die steuerliche Grundlage für betriebliche Altersvorsorge, Dienstrad oder Gruppenunfallversicherung.
Häufige Fragen zum 50-Euro-Sachbezug
Was ist die 50-Euro-Sachbezugsfreigrenze?
Die Regelung in § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG sieht vor, dass entsprechend zu bewertende Sachbezüge außer Ansatz bleiben, wenn die nach Anrechnung eigener Entgelte verbleibenden Vorteile insgesamt 50 Euro im Kalendermonat nicht übersteigen. Maßgeblich ist immer die konkrete Ausgestaltung des Benefits.
Ist der 50-Euro-Sachbezug steuerfrei?
Pauschal lässt sich das nicht sagen. Werden die Voraussetzungen erfüllt und die monatliche Grenze nicht überschritten, kann der Vorteil außer Ansatz bleiben. Ob das im Einzelfall gilt, hängt von Art, Zusage, Durchführung und Bewertung des Benefits ab.
Was ist der Unterschied zwischen Freigrenze und Freibetrag?
Bei einem Freibetrag bleibt der Betrag bis zur Grenze unberücksichtigt und nur der übersteigende Teil wird erfasst. Bei einer Freigrenze kann dagegen eine Überschreitung dazu führen, dass der gesamte relevante Vorteil steuerpflichtig wird. Die 50-Euro-Grenze ist eine Freigrenze.
Welche Sachbezüge zählen zur 50-Euro-Grenze?
Grundsätzlich kommen Vorteile in Betracht, die nicht als normale Geldzahlung gewährt werden, etwa Waren, Dienstleistungen oder konkret zugesagter Versicherungsschutz. Bei Gutscheinen und Geldkarten können zusätzliche gesetzliche Voraussetzungen gelten. Welche Vorteile einzubeziehen sind, sollte mit Steuerberatung oder Lohnbuchhaltung geklärt werden.
Kann eine betriebliche Krankenversicherung Sachbezug sein?
Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs kann Sachlohn vorliegen, wenn der Arbeitgeber unmittelbar Versicherungsschutz zusagt, den Vertrag abschließt und die Beiträge trägt und die Beschäftigten keine Geldzahlung verlangen können. Eine automatische Einordnung jeder bKV als Sachbezug gibt es jedoch nicht.
Was passiert, wenn die 50-Euro-Grenze überschritten wird?
Da es sich um eine Freigrenze handelt, kann bereits eine geringe Überschreitung dazu führen, dass der gesamte relevante Vorteil des Monats steuer- und beitragspflichtig wird. Deshalb sollte der monatliche Gesamtwert aller relevanten Sachbezüge sorgfältig geplant werden.
Zählen mehrere Sachbezüge zusammen?
Mehrere relevante Sachbezüge eines Kalendermonats können zusammenzurechnen sein. Wer zusätzlich zu einer bKV weitere Sachbezüge gewährt, sollte den Gesamtwert im Blick behalten und die Zusammenrechnung fachlich prüfen lassen.
Ist eine Geldzahlung ebenfalls Sachbezug?
Eine reine Geldzahlung ist grundsätzlich kein Sachbezug. Zahlt der Arbeitgeber einen Zuschuss zu einem privaten Vertrag der beschäftigten Person, kann dies als Geldleistung beziehungsweise Barlohn einzuordnen sein. Die Abgrenzung hängt von der konkreten Zusage und Durchführung ab.
Kann ich bKV und andere Benefits kombinieren?
Eine Kombination ist üblich, verlangt aber Planung. Für die 50-Euro-Grenze kommt es auf die Summe der relevanten Sachbezüge pro Monat an, während andere Benefits eigenen steuerlichen Regeln folgen können.
Gelten Dienstrad und bAV ebenfalls über die 50-Euro-Grenze?
Nein, nicht automatisch. Betriebliche Altersvorsorge, Dienstrad und Gruppenunfallversicherung folgen jeweils eigenen steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Regelungen. Die 50-Euro-Sachbezugsfreigrenze ist dafür nicht pauschal die Grundlage.
Quellen & rechtliche Grundlagen
- § 8 EStG (gesetze-im-internet.de)
- BMF-Schreiben vom 15.03.2022 zur Abgrenzung Geldleistung / Sachbezug
- BFH, Urteil vom 07.06.2018 – VI R 13/16
- BFH, Urteil vom 04.07.2018 – VI R 16/17
- Offizielle DKV-Budgetbausteine
Diese Informationen dienen der allgemeinen Orientierung und stellen keine individuelle Steuer-, Rechts- oder Lohnabrechnungsberatung dar. Die steuerliche Behandlung hängt von der konkreten Gestaltung und den individuellen Verhältnissen ab.
50 € sind ein Baustein. Nicht die ganze Benefitstrategie.
Eine moderne Arbeitgeberstrategie kann Gesundheit, Zukunft, Mobilität und Sicherheit kombinieren – mit jeweils passender steuerlicher und versicherungsrechtlicher Gestaltung.
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